Hier begegnen sich seit der Antike viele Kulturen. Die heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime gegründet von dem Propheten David. Die drei monotheistischen Religionen, die auf den gemeinsamen Propheten Abraham zurückgehen haben sich hier bekriegt, aber auch oft in Frieden zusammengelebt.

Unter der Herrschaft von Babyloniern, Römern, Byzantinern, Arabern, Seldschuken und Osmanen war die Stadt auch das Ziel der Kreuzzüge.

Viele Epen wie das Gerusaleme Liberata von Torquato Tasso (1544-1595) erzählen heroische Rittergeschichten aus christlicher Sicht über die Kreuzzüge, die als Vorlage für viele Barockopern (z.B. Händels Rinaldo oder Glucks Armida) diente. Ab der Eroberung von Konstantinopel 1453 treten die Osmanen in den Fokus der Weltgeschichte. Expansionsbestrebungen Richtung Westen bis nach Wien bringt später nicht nur die „Türkenangst“ sondern auch das „Alla Turca“, die Türkenmode nach Europa. Das Reich des Herrschers über die Gläubigen erstreckt sich über 3 Kontinente. So wurde auch 1516 unter Sultan Selim I. Jerusalem erobert. Während dem 1. Weltkrieg 1917 übergab der Stadthalter den Briten die Stadt kampflos, um die Zerstörung der historischen Stätten zu verhindern. 400 Jahre Osmanische Herrschaft bedeutete einen großen Einfluß der Osmanischen Kultur in diesem Teil der Welt.

1493 hatten die Osmanen unter Bajezet II., (es gibt eine Oper von Vivaldi mit dem Titel Bajezet), die aus Spanien von König Ferdinand II. und der Königin Isabella I. vertriebenen sefardischen Juden in ihrem Reich aufgenommen. Der Sultan erließ ein Dekret veröffentlichen, in dem die Juden im ganzen Reich willkommen geheißen wurden und so konnten viele verfolgte Juden aus Europa in das Osmanische Reich auswandern. Istanbul, die Hauptstadt des Reiches war schon seit den Byzantinern eine Weltstadt, wo sich viele Kulturen und Religionen begegneten und lebten. Im osmanischen Führungskadern, den Veziren waren auch viele Christen und Juden, wie z.B. Gazanfer Aga (ein Venezianer) der vom Hofpagen zum engsten Berater und Freund von Sultan Selim wurde oder Kiliç Ali ein Kalabrier, der zu Zeiten von Süleyman dem Prächtigen (1494-1566) Admiral des Sultans war und das Mittelmeer unsicher machte. Dieser Korsar taucht in einigen italienischen Kantaten des frühen 17. Jahrhunderts auf. (z.B. Canto Fatima eine Kantate eines anonymen Komponisten um 1600). Der polnische Musiker, Geistlicher und Hugenotte Wojciech Bobowski (1610-1685), der in Ostpolen einfallenden Tataren in die Hände fiel und als Sklave an den Osmanischen Hof verkauft wurde schreibt in seinem Buch über das Leben im Serail, das wie er viele Juden und Christen am Hofe dienten. Wojciech konvertiert später zum Islam und nennt sich Ali Ufki. Ihm haben wir die Überlieferung türkischer Musik aus dieser Zeit zu verdanken. Auch Kompositionen aus seiner Feder sind hier enthalten.

Mit der Türkenmode gelangt nicht nur Kaffee, Gewürze und edles Garn nach Europa, sondern auch das Alla Turca in der Musik. Opern wie Solimano von Hasse, La Dori von Cesti, Vivaldis Bajezet und natürlich Mozarts Entführung sind hier besonders zu erwähnen.

Im ganzen Reich entsteht ein Amalgam der Kulturen so auch in Jerusalem. Das besondere an Jerusalem ist der philosophische und religiöse Aspekt, der die Einzigartigkeit dieser Stadt hervorhebt. Eine orientalisch-türkisch-mediterrane Küche, Musik, die der geübte Hörer eigentlich nur durch die Sprache unterscheiden kann und die gemeinsamen Wurzeln der Juden, Christen und Muslime in dieser Stadt zeigen, dass Jerusalem die Wiege vieler Kulturen ist.

Die Pilgerstadt für Juden, Christen und Muslime

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CD wurde in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Frühling und dem SWR Ende März in Heidelberg produziert. Release Ende 2017

Artikel von Matthias Roth Rhein-Neckar Zeitung

 

Mehmet C. Yesilcay-Oud, Colascione
Massimiliano Toni-Cembalo
Serkan Mesut Halili-Kanun
Volkan Yılmaz-Ney
Derya Türkan-Kemençe
Dmitry Lepekhov-Violine
Margherita Pupulin-Violine
Maria Pache-Viola
Elisabeth Ragaller-Nyckelharpa
Francesca Lombardi Mazzulli-Sopran (Mailand)
Filippo Mineccia-Counter (Florenz)
Ibrahim Suat Erbay-Gesang (Istanbul)
Michal Elia Kamal-Gesang (Jerusalem)
Felix Stross-Cello
Rüdiger Kurz-Kontrabass
Daniel Zapico-Theorbe, Barockgitarre
Ozan Pars-Perkussion
Joss Turnbull-Perkussion