Höfische Musik aus Orient und Okzident

„Entführung ins Serail- das Pera Ensemble verzaubert mit west-östlichen Klängen. Sinnig zwischen beyden Welten sich zu wiegen lass ich gelten“: So sinnierte schon Goethe im „West-östlichen Diwan“. Nach diesem Motto lassen sich die Finessen im spielerischen Experiment des Pera Ensembles bestens erlauschen. Zum Seufzen schön, oft im Mezzopiano dahinfließend, ja, so könnte es geklungen haben an einem jener prachtvollen osmanischen Höfe.“ (Darmstädter Echo)

Seit dem Mittelalter hatte die Expansionspolitik des osmanischen Reiches das Abendland in Atem gehalten. Im 17. und 18. Jahrhundert siegte nun die Faszination für das Fremde über die Angst. Gesandtschaften des Sultans brachten ihre Lebensart und Kultur nach Europa und lösten so eine Begeisterungswelle für alles Türkische an den Höfen aus. Komponisten wie Lully oder Fux begannen, inspiriert von den Janitscharenkapellen, Musik im türkischen Stil zu schreiben. Auch der Kaffee war zum unverzichtbaren Lebenselixier der Zeit avanciert und ihm gelang, was die Politik nicht immer schaffte: Morgen- und Abendland harmonisch miteinander zu vereinen. Der gemeinsame Genuss einer Tasse Kaffee sei wie vierzig Jahre Freundschaft, sagt ein türkisches Sprichwort, was das Pera Ensemble zum Anlass nimmt, mit Werken von Lully, Porpora, Vivaldi, Händel, Ebu Bekir Aga, Kantemir und anderen musikalisch an Plätze aufzubrechen, wo einst der Kaffee serviert wurde: in den Serail, Pavillons und Salons der feinen Gesellschaft.