Unzählige Zivilisationen haben sich im Laufe der Geschichte in der Levante angesiedelt und ihre Spuren in Lebensart und Kultur hinterlassen. Hier, im östlichen Mittelmeerraum, endeten oder flossen alte Handelswege wie die Seiden- oder die Weihrauchstraße zusammen. Zwischen osmanischen Städten wie Istanbul, Damaskus oder Kairo und den italienischen Metropolen Venedig, Genua und Rom blühte an der Schwelle zum 16. Jahrhundert der Handel mit Gewürzen, edlen Stoffen, Farben und dem immer populärer werdenden Kaffee. Doch nicht jeder holte sich auf friedliche Art Dinge, von denen er glaubte, dass sie ihm zustanden. Osmanische Freibeuter forderten auf ihren Kaperfahrten quer durchs Mittelmeer bis hin zu den Kanarischen Inseln Respekt ein und lieferten sich legendäre Seeschlachten.

Mit Werken aus dem Mittelalter, Spätrenaissance und dem Frühbarock aus Italien, Spanien und dem osmanischen Reich bereitet das Pera Ensemble in einer die Seele berührenden musikalischen Collage die Klänge dieses uralten Kulturraumes auf. Gestreift wird ebenfalls die faszinierende Musiktradition der sephardischen Juden, von denen viele nach ihrer Vertreibung aus Spanien und Portugal ab 1492  in der Levante eine neue Heimat fanden. Der sinnliche und lebensfrohe Umgang mit der Musik, der dieses Programm charakterisiert, entsteht sowohl aus einer tiefen Kenntnis der Kompositionen der europäischen und osmanischen Kunstmusik als auch aus einer ungebremsten Leidenschaft für das gemeinsame Spielen und Improvisieren.

Viele Reisende, Kriegsgefangene, Sklaven und Diplomaten erzählen Geschichten aus diesem Kulturraum. Cervantes, der von türkischen Piraten gefangen genommen wurde und für fünf Jahre nach Algier verschleppt wurde. Djem Sultan (1459-1495) Sohn von Fatih Sultan Mehmet,  der im Exil in Frankreich und im Vatikan bei Papst Innozenz lebte. Ebenso die Eroberung Otrantos 1480 im südöstlichen Zipfel Italiens, das von den Osmanen erobert wurde, ermöglichte einen starken kulturellen Austausch. 1492 fanden die sefardischen Juden, die aus Spanien vertrieben wurden eine neue Heimat im Osmanischen Reich. Der Sultan erließ ein Dekret veröffentlichen, in dem die Juden im ganzen Reich willkommen geheißen wurden und so konnten viele verfolgte Juden aus Europa in das Osmanische Reich auswandern.

Musik von Alfonso el Sabio X, Landini, Tromboncino, Franciscus Bossinensis, Marchetto Cara, Charles Tessier, Giulio Caccini, Abdülkadir Meragi, Gazi Giray Han, Sefardische Musik
Cantigas, Morescas, Villanescas, Tänze, sefardische- und türkische Musik

Mehmet C. Yesilcay: Oud, Colascione, Mittelalterlaute, Shahrud
Enea Sorini: Gesang (Milano)
Michal Elia Kamal: Gesang (Jerusalem)
Corina Marti: Organetto, Cembalo
Serkan Mesut Halili: Kanun
Volkan Yilmaz: Ney
Christoph Sommer: Theorbe, Barockgitarre
Sarah Perl: Gamben
Joss Thurbull: Perkussion